Wie beantrage ich einen Pflichtverteidiger?

Ein Antrag auf einen Pflichtverteidiger ist nicht notwendig. Viel wichtiger ist es, sich rechtzeitig um einen Anwalt zu bemühen, der bereit ist, Sie zu unterstützen und das Mandat zu übernehmen.

Pflichtverteidiger bei Vorladung zur Polizei

Wenn Sie als Beschuldigter in einem Strafverfahren eine Vorladung der Polizei erhalten, können Sie sich einen Pflichtverteidiger nehmen, wenn der Tatvorwurf einen Fall der notwendigen Verteidigung begründet. Der Rechtsanwalt wird dann für Sie den Termin bei der Polizei absagen und erst einmal Akteneinsicht beantragen. Sie brauchen dann dieser Vorladung der Polizei nicht zu folgen.

Ein Pflichtverteidiger kann schon im Ermittlungsverfahren bestellt werden, deshalb ist es ratsam, so schnell wie möglich Kontakt zu einem Strafverteidiger aufzunehmen. Unsere Rechtsanwälte werden Sie beraten, ob Sie Anspruch auf eine Pflichtverteidigung haben und den Antrag sowie alles Weitere für Sie veranlassen. Vielleicht lässt sich die Hauptverhandlung sogar vermeiden!

Pflichtverteidiger: Antrag mit Anklageschrift

Spätestens mit der Zustellung der Anklageschrift wird das Gericht Sie auffordern, nun einen Pflichtverteidiger zu benennen, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Pflichtverteidigung nach § 140 StPO vorliegen. Versäumen Sie die Ihnen vom Gericht gesetzte Frist (meist 1 Woche) nicht!

Dem Gericht sind manchmal bestimmte Umstände nicht bekannt, die eine Verteidigung notwendig machen, etwa Verständigungsschwierigkeiten oder sie erkennen nicht sofort die Schwierigkeit der Sach- und Rechtslage. Dies kann der Pflichtverteidiger klarstellen und seine Bestellung erreichen.

Grundsätzlich gilt jedoch, dass Sie keinen Pflichtverteidiger beantragen brauchen.

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