Informationen zur notwendigen Verteidigung (Pflichtverteidigung)

Nicht jeder Beschuldigte oder Angeklagte hat Anspruch auf eine Pflichtverteidigung. Es ist leider eine hartnäckige Legende aus dem TV-Krimi, dass ein Pflichtverteidiger deshalb beigeordnet wird, weil man sich keinen Anwalt für die Verteidigung leisten kann.

Jederzeit Anspruch auf Rat und Beistand

Wird man nur wegen eines einfachen Delikts angeklagt, wegen dem nur eine Geldstrafe oder eine Bewährungsstrafe zu erwarten ist, bleibt nur die Möglichkeit, sich vor Gericht selbst zu verteidigen (was ohne Rechtskenntnisse schwierig sein dürfte) oder einen Rechtsanwalt und Strafverteidiger zu beauftragen – diesen dann aber auch irgendwie „aus eigener Tasche“ zu bezahlen. Es gibt im Strafrecht keine Prozesskostenhilfe wie im Zivilrecht und auch private Rechtsschutzversicherungen zahlen bis auf wenige Ausnahmen (in Fällen fahrlässiger Tatbegehung) nicht.

Abgesehen davon, ist auch die Pflichtverteidigung nicht umsonst, da man die Kosten im Falle einer Verurteilung erstatten muss. Die Staatskasse geht für die Kosten lediglich in Vorleistung.

Jeder Verdächtigte, Beschuldigte oder Zeuge hat das Recht, sich in jeder Lage des Verfahrens den Rat und Beistand eines Rechtsanwalts einzuholen. Auch der Pflichtverteidiger wird nicht zugeteilt – der Beschuldigte darf diesen frei wählen und sollte sich daher einen Verteidiger seines Vertrauens aussuchen. Macht man von diesem Wahlrecht keinen Gebrauch, bekommt man irgendeinen Anwalt, der sich meist dadurch auszeichnet, dass er weder Anstrengungs- noch Konfliktbereitschaft zeigt. Ein solcher Pflichtverteidiger wird nämlich deshalb bestellt, weil es mit ihm „so schön einfach ist“.

Das Gericht wird meist mit Zustellung der Anklageschrift dazu auffordern, einen Pflichtverteidiger zu benennen. In der gesetzten Frist haben Sie dann das Recht, einen selbst gewählten Verteidiger als Pflichtverteidiger zu benennen, wenn dieser sich zu der Mandatsübernahme bereit erklärt hat. Fälle der notwendigen Verteidigung, also der Pflichtverteidigung sind:

Fälle der notwendigen Verteidigung (Pflichtverteidigung)

Ein Pflichtverteidiger muss vom Gericht dann bestellt werden, wenn die Anklage zum Landgericht oder zum Oberlandesgericht erfolgt oder wenn das Strafverfahren für den Angeklagten zu einem Berufsverbot (§ 70 StGB) führen kann.

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Ein Fall notwendiger Verteidigung liegt vor, wenn der Vorwurf ein Verbrechen ist, also eine Straftat mit einer Mindeststrafe von einem Jahr Freiheitsstrafe ist. Dazu zählen u.a.

Ebenso wird ein Pflichtverteidiger zu bestellen sein, wenn zwar die Mindeststrafe unter einem Jahr liegt (Vergehen), aber trotzdem eine Verurteilung zu einem Jahr Freiheitsstrafe oder noch darüber zu erwarten ist und zwar auch im Strafbefehlsverfahren (§§ 407 Abs. 2 Satz 2, 408b StPO).

Zu den üblichen Vorwürfen zählen neben Kapitaldelikten (Straftaten gegen das Leben mit oder ohne Todesfolge) auch der Vorwurf einer Straftat im Sexualstrafrecht. Egal was Ihnen vorgeworfen wird – wir helfen Ihnen diskret, respektvoll und vorurteilsfrei!

Schwere der Tat und Schwierigkeit der Sach- und Rechtslage

Eine Pflichtverteidigung ist regelmäßig auch wegen der Schwere der Tat notwendig oder wegen der Schwierigkeit der Sach- und Rechtslage. Ob ein solcher Fall gegeben ist, kann in einer kostenlosen Ersteinschätzung erläutert werden.

Pflichtverteidiger bei Untersuchungshaft (U-Haft)

Wenn der Beschuldigte verhaftet oder festgenommen wurde und nun in Hamburg in der U-Haft sitzt, braucht er schnellstmöglich einen Strafverteidiger. Dieser wird dann grundsätzlich vom Gericht auch als Pflichtverteidiger bestellt. Bitte verständigen Sie uns unter unserem Pflichtverteidiger-Notruf, da Haftsachen auch in der Nacht oder am Wochenende keinen Aufschub dulden.

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Dieser Text erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und dient auch nur der ersten Orientierung; ersetzt jedoch keine persönliche Beratung bei einem Rechtsanwalt!

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Laudon Strafverteidigung hat 5,00 von 5 Sterne | 79 Bewertungen auf ProvenExpert.com