Wie bekomme ich einen Pflichtverteidiger für meinen Angehörigen in U-Haft?

Mein Ehemann, Freund, Sohn, Bruder wurde verhaftet oder meine Ehefrau, Tochter, Schwester oder ein sonstiger Angehöriger oder Bekannter festgenommen. Wie kann ich ihm/ihr helfen?

Nach einer Verhaftung oder Festnahme eines Familienmitglieds oder Bekannten ist Eile geboten. Für den Betroffenen stellt die U-Haft und die damit einhergehende Ungewissheit eine unglaublich belastende Situation dar. Nach der Festnahme oder Verhaftung befindet man sich meist in einem regelrechten Schockzustand, gerade wenn es das erste Mal in Untersuchungshaft ist.

Für die Familie ist diese Situation belastend, weil sie ihren Angehörigen in den ersten Tagen weder besuchen noch sonst irgendwie Kontakt zu ihm/ihr aufnehmen können.

Warum man schnell einen Pflichtverteidiger braucht

Aufgrund der Schocksituation ist der Inhaftierte erfahrungsgemäß eher bereit, gegenüber der Polizei oder Staatsanwaltschaft Angaben zu machen oder ein Geständnis abzulegen – dies wird er später wahrscheinlich bitter bereuen. Die Ermittler nennen das: „U-Haft schafft Rechtskraft“.

Klar ist: In diesen ersten Stunden werden die Weichen für das gesamte spätere Verfahren gestellt. Bei einer vorläufigen Festnahme (ohne richterlichen Haftbefehl) muss spätestens am Tag nach der Festnahme bis 24:00 Uhr eine Vorführung vor dem Richter stattfinden, der dann entscheidet, ob ein Haftgrund für die U-Haft vorliegt. Spätestens bei diesem Termin sollte ein Verteidiger dabei sein!

Rund um die Uhr erreichbar – auch am Wochenende

Sie sollten dementsprechend am besten sofort Kontakt mit einem Strafverteidiger aufnehmen. Über unseren eigens für solche Fälle eingerichteten Strafverteidiger-Notruf sind wir 24 Stunden am Tag an 365 Tagen im Jahr zu erreichen. Rechtsanwalt Laudon wird dann sofort tätig und zuerst mit der Untersuchungshaftanstalt telefonieren, um Ihren Angehörigen oder Bekannten noch am selben Tag in der U-Haft besuchen zu dürfen und ihm/ihr in den ersten Stunden zur Seite zu stehen.

Wenn Ihr Angehöriger oder Bekannter verhaftet wurde, hat er Anspruch auf einen Pflichtverteidiger. Wenn er oder sie selbst keinen benennt, wird ihm irgendein Anwalt beigeordnet, den der Richter für angemessen hält. Durch meine Einschaltung können Sie sicherstellen, dass Ihr Angehöriger einen kompetenten Pflichtverteidiger erhält, der anstrengungsbereit ist und auch den Konflikt nicht scheut, sofern die Umstände und der Umgang mit dem Richter, der Polizei oder Staatsanwaltschaft dies im Einzelfall einmal erfordern sollten.

Vernehmung durch den Haftrichter

Die Vernehmung durch den Haftrichter ist ausgesprochen wichtig. Viele Beschuldigte sind von den ersten Stunden in der U-Haft maximal beeindruckt und werden nun alles geben, um die Haftanstalt schnellstmöglich wieder verlassen zu können. Häufig belasten sie sich durch die Angaben aber nur zusätzlich, so dass eine Entlassung in weite Entfernung rückt.

Ein Verteidiger erhält Einsicht in die Ermittlungsakte und weiß deshalb, ob die Beweislage ausreicht, den Tatvorwurf zu untermauern. Er kann Ihren Angehörigen vor übereilten Aussagen schützen und in der Vernehmung viel für ihn oder sie „herausholen“.

Der Haftrichter entscheidet in der mündlichen Verhandlung, ob der Haftbefehl

  • aufrecht erhalten bleibt,
  • aufgehoben wird oder
  • außer Vollzug gesetzt wird.

Es kann also sein, dass die Untersuchungshaft genauso schnell wieder aufgehoben oder zumindest (gegen Auflagen) außer Vollzug gesetzt wird und Ihr Angehöriger auf freien Fuß kommt, wie er/sie eingefahren ist. Das wäre ein erster wichtiger Erfolg, bei dem ein Pflichtverteidiger helfen kann.

Kann ich meinen Angehörigen besuchen?

In Hamburg werden alle Festgenommenen zentral in der Untersuchungshaftanstalt Holstenglacis untergebracht – mit Ausnahme der minderjährigen männlichen Häftlinge, die dagegen in der JVA Hahnöfersand untergebracht sind.

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Ein Besuch in der Untersuchungshaft ist alle 14 Tage für eine Stunde möglich. Der Pflichtverteidiger wird Ihnen helfen, die Formalitäten zu erledigen und für Ihren Angehörigen Geld für Zusatzeinkäufe (Zigaretten, Süßigkeiten etc.) auf das Konto der Untersuchungshaftanstalt einzuzahlen.

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