Was ist ein Pflichtverteidiger?

Was ist ein Pflichtverteidiger?

Ein Pflichtverteidiger ist zunächst ein Rechtsanwalt mit vollständiger Ausbildung sowie Zulassung durch die Rechtsanwaltskammer. Dieser Rechtsanwalt hat sich jedoch bereit erklärt, im Strafrecht auch als Pflichtverteidiger zu arbeiten.

Ein Rechtsanwalt ist dem Recht verpflichtet. Demgemäß sollte dieser es als seine Pflicht begreifen, Beschuldigte in schwieriger Lage zu unterstützen, die dieser Hilfe und Verteidigung bedürfen.

Ein Pflichtverteidiger ist kein „Anwalt für Arme“. Denn im Strafrecht sind nicht die finanziellen Mittel eines Beschuldigten maßgeblich, sondern nur die Schwere des Tatvorwurfs oder die Schwierigkeit der Sach- und Rechtslage entscheidet über die Frage der Beiordnung eines Pflichtverteidigers.

In Fällen notwendiger Verteidigung bestellt das Gericht dem Beschuldigten einen Pflichtverteidiger, wenn der Beschuldigte nicht bereits über einen gewählten Strafverteidiger (Wahlverteidiger) verfügt. Der Beschuldigte kann seinen Pflichtverteidiger jedoch auch selbst auswählen und bestimmen.

Ein Pflichtverteidiger erhält für seine Tätigkeit eine Vergütung aus der Staatskasse. Diese Vergütung fällt allerdings niedriger aus als die regulären Gebühren nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz. Der Pflichtverteidiger kann daher von dem Beschuldigten auch eine Zuzahlung verlangen.

« Zurück zur Übersicht der Fragen (Pflichtverteidiger FAQ)