Wie kann ich den Pflichtverteidiger wechseln?

Ein Wechsel des Pflichtverteidigers ist nicht ohne Weiteres möglich, da der Beschuldigte nicht durch eine Auswechslung des Pflichtverteidigers das Verfahren verzögern können soll.

Lediglich aus „wichtigem Grund“ soll die bereits erfolgte Bestellung eines notwendigen Verteidigers widerrufen werden können. Als wichtiger Grund kommt jeder Umstand in Frage, der den Zweck der Pflichtverteidigung, dem Angeklagten den Beistand im Strafverfahren zu sichern und den ordnungsgemäßen Verfahrensablauf zu gewährleisten, nachhaltig gefährdet.

Wichtiger Grund für den Wechsel des Pflichtverteidigers

Der Wunsch des Beschuldigten nach einem Wechsel allein reicht für eine Auswechselung nicht aus. Vielmehr muss für das Gericht offenkundig sein, dass für den Wechsel ein wichtiger Grund besteht, insbesondere wenn das Vertrauensverhältnis zu dem bisherigen Verteidiger ohne Verschulden des Mandanten ernsthaft gestört ist. Voraussetzung für eine derartig nachhaltige Störung ist, dass der Beschuldigte konkrete Umstände darlegt, die bei einer objektiven Betrachtung aus Sicht eines verständigen Angeklagten eine Erschütterung seines Vertrauens zu dem bisherigen Pflichtverteidiger nachvollziehbar erscheinen lassen, dass die Verteidigung nicht mehr sachgerecht geführt werden kann. Im Übrigen ist eine Auswechslung des Pflichtverteidigers nur bei allseitigem Einverständnis, dem Ausschluss einer Verfahrensverzögerung und der Vermeidung von Mehrkosten möglich.

Wechsel zu einem Wahlverteidiger

Fühlt man sich durch seinen bisherigen Pflichtverteidiger nicht mehr gut verteidigt, besteht meist nur die Möglichkeit, einen Wahlverteidiger zu beauftragen, also einen Verteidiger, den man dann selbst bezahlen muss. Dann ist die Bestellung des bisherigen Pflichtverteidigers regelmäßig aufzuheben, wenn die Hauptverhandlung nicht schon begonnen hat.

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